Deutsch lernen für Anfänger: Wo fange ich bei null an?
Du kannst noch kein Deutsch, oder du weißt nicht, ob alte Schulkenntnisse noch zählen? Hier erfährst du, was A1, A1.1, A0 und Pre-A1 bedeuten, wann eine Einstufung sinnvoll ist und was in der ersten Woche wirklich passiert.
Wer noch kein Deutsch spricht, stellt sich meistens zwei Fragen. Die einfache: Darf ich als Anfänger überhaupt in einen Kurs? Die schwierigere: Bin ich überhaupt Anfänger, oder unterschätze ich mich, weil ich vor Jahren schon einmal Deutsch hatte?
Die kurze Antwort zuerst. Das erste Niveau im Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen, kurz GER, heißt A1. Bei Phonem in Hannover beginnst du ohne Vorkenntnisse in A1.1, dem ersten Teil davon, und brauchst dafür keinen Test. Wer schon einmal Deutsch gelernt hat, macht besser zuerst den kostenloser Einstufungstest. Alle Angaben in diesem Text haben den Stand 2026.
Wer wirklich bei null startet
Ein echter Nullanfänger kann im Alltag praktisch nichts auf Deutsch sagen oder verstehen. Vielleicht fallen dir einzelne Wörter auf, an der Kasse, auf einem Schild oder in einer App. Daraus lassen sich aber noch keine eigenen Sätze bilden.
In diesem Fall brauchst du keinen Kurs vor A1, auch wenn dir im Internet Begriffe wie A0 oder Pre-A1 begegnen. A1 ist die erste offizielle Hauptstufe des GER, und sie ist genau dafür gemacht, dass man vorher nichts konnte.
A1.1 ist dabei keine eigene GER-Stufe, sondern eine Kursunterteilung. Viele Sprachschulen teilen A1 in zwei Module, bei Phonem heißen sie A1.1 und A1.2. Wer ohne Vorkenntnisse kommt, startet in A1.1.
Nullanfänger oder doch schon etwas dabei?
„Ich kann kein Deutsch“ bedeutet in der Praxis sehr unterschiedliche Dinge. Für die Kurswahl zählt nicht, wie sich dein Deutsch anfühlt, sondern was du damit tun kannst.
Manche kennen nur feste Wendungen wie „Hallo“, „Danke“ oder „Guten Morgen“. Das macht noch keinen Fortgeschrittenen. Es gibt auch keine seriöse Regel nach dem Muster „ab 50 Wörtern bist du kein Anfänger mehr“. Entscheidend ist, ob du einfache Fragen verstehst, dich vorstellen kannst und in sehr einfachen Situationen reagierst, statt nur eine auswendig gelernte Formel abzurufen.
Andere hatten Deutsch in der Schule oder vor Jahren einen Kurs, und heute wirkt alles davon weg. In der Sprachdidaktik heißen solche Lernenden Wiedereinsteiger. Das ist keine offizielle Stufe, sondern eine Beschreibung. Und genau hier lohnt sich die Einstufung am meisten, denn oft ist deutlich mehr vorhanden, als man selbst vermutet.
Ich habe das selbst erlebt. Vor zwanzig Jahren hatte ich Deutsch im Gymnasium, und als ich 2018 wieder angefangen habe, war ich überzeugt, dass davon nichts übrig ist. Der Einstufungstest hat mich dann nicht in A1.1 gesetzt, sondern höher. Bis zum B2-Zertifikat habe ich neun Monate gebraucht. Und trotzdem war das Zertifikat vor dem Sprechen da. Ein Papier sagt, was du gelernt hast. Ob du dich im Bus, beim Arzt oder im Amt wirklich traust, ist eine andere Frage.
Dubravko Jusufovic, Phonem Sprachschule
Wieder andere verstehen bereits einfache Fragen, können Name, Herkunft oder Alltag in kurzen Sätzen beschreiben und erkennen grundlegende Satzmuster. Trotzdem wissen sie nicht, ob A1.1, A1.2 oder schon A2 passt. Das Gefühl „ich bin noch Anfänger“ ist dann kein zuverlässiges Kriterium.
| Deine AusgangslageSpalte 1 | Sinnvoller nächster SchrittSpalte 2 |
|---|---|
| Praktisch kein Deutsch | Direkt in A1.1, kein Test nötig |
| Nur einzelne Wörter oder feste Sätze | Meist noch Anfängerbereich, im Zweifel testen |
| Früher Deutsch gelernt, viel vergessen | Einstufungstest, hier lohnt er sich am meisten |
| Schon einfache Sätze möglich | Einstufungstest |
| Unsicher mit lateinischer Schrift | Vor der Anmeldung ansprechen |
Was A1, A1.1, A0 und Pre-A1 bedeuten
Diese vier Begriffe sehen ähnlich aus und gehören trotzdem nicht auf dieselbe Ebene. Das sorgt für viel unnötige Verwirrung bei der Kurswahl.
| BegriffBegriff | Was bedeutet er?Bedeutung | Offizielle GER-Stufe?Spalte 3 |
|---|---|---|
| A1 | Erste Hauptstufe für grundlegende Sprachverwendung | Ja |
| A1.1 | Kursmodul innerhalb von A1, je Anbieter unterschiedlich | Nein |
| A0 | Umgangssprachlich für Angebote vor A1 oder für Menschen ohne Vorkenntnisse | Nein |
| Pre-A1 | Deskriptoren für sehr frühe Sprachverwendung unterhalb von A1 | Keine siebte Hauptstufe |
A0 ist also keine offizielle GER-Stufe, auch wenn manche Anbieter den Begriff verwenden. Pre-A1 ist wiederum nicht dasselbe wie A0: Es gibt Pre-A1-Deskriptoren im aktuellen CEFR Companion Volume, aber die sechs Hauptstufen bleiben A1 bis C2.
Auch A1.1 und A1.2 sind europaweit nicht identisch. Ein A1.1-Kurs kann bei einer Schule in Stunden, Tempo und Stoff anders aussehen als bei einer anderen. Wer nur A1.1 besucht hat, hat deshalb noch nicht das volle Niveau A1 abgeschlossen, und das ist beim Vergleichen von Angeboten wichtiger, als es klingt.
Brauchst du einen Einstufungstest?
Bei Phonem gilt eine einfache Regel. Wer wirklich bei null anfängt, startet in A1.1 und braucht keinen Test. Wer Vorkenntnisse hat oder unsicher ist, macht vorher die Einstufung.
Starte den kostenloser Einstufungstest, wenn du Vorkenntnisse hast oder unsicher bist. Er ist kostenlos, läuft online und ordnet dich grob nach GER zwischen A1 und C1 ein. Er ersetzt keine offizielle Prüfung und kein Beratungsgespräch. Seine Aufgabe ist bescheidener und trotzdem wichtig: Er verhindert einen Einstieg, der klar zu leicht oder klar zu schwer ist.
Was in der ersten Kurswoche wirklich passiert
Viele Anfänger stellen sich den ersten Kurstag schlimmer vor, als er ist. Niemand hält dir einen Grammatikvortrag, den du nicht verstehst.
In A1.1 fängt es beim Alphabet an, bei der Aussprache und beim Buchstabieren des eigenen Namens. Dazu kommen die ersten Wörter für Alltag und Kursraum, Zahlen und Uhrzeiten. Sehr schnell folgen die ersten kleinen Gespräche: sich vorstellen, sagen woher du kommst, jemanden nach dem Namen fragen. Es wird viel mit Fotos und Bildern gearbeitet, weil ein Bild keine Übersetzung braucht.
Musst du Englisch können?
Nein. Du brauchst kein Englisch, um bei Phonem Deutsch zu lernen. Im A1-Unterricht arbeiten wir mit Bildern, Gesten, Vormachen und sehr langsam gesprochenem Deutsch.
Dass in einer Anfängergruppe fünf oder zehn verschiedene Muttersprachen zusammenkommen, ist der Normalfall und kein Problem. Die Lehrkraft baut Bedeutung Schritt für Schritt auf, ohne dass alle dieselbe Erstsprache brauchen. Nebenbei entsteht dabei etwas, das man vorher nicht erwartet: Die einzige gemeinsame Sprache der Gruppe ist von Anfang an Deutsch.
Schrift und lateinisches Alphabet
Kein Deutsch zu können und unsicher mit der lateinischen Schrift zu sein, sind zwei verschiedene Fragen. Du kannst in einer anderen Schrift flüssig lesen und schreiben und trotzdem kein Wort Deutsch sprechen. Dann lernst du zusätzlich ein neues Schriftsystem, und das ist etwas anderes als grundlegende Alphabetisierung.
Für Unterricht und Materialien bei Phonem ist das lateinische Alphabet hilfreich. Wenn du dir unsicher bist, sprich uns vor der Anmeldung an. Dann klären wir gemeinsam, ob der reguläre A1-Kurs passt oder ob du zusätzliche Unterstützung brauchst. Das ist keine peinliche Frage, sondern eine praktische.
Materialien und Bücher
Kursmaterialien stellen wir im Unterricht bereit. Das Lehrbuch kaufst du selbst. Welches Buch du brauchst, sagen wir dir bei der Anmeldung.
Bücher, Zusatzkosten und faire Vergleiche erklären wir ausführlich in Was kostet ein Deutschkurs?.
Was A1 bringt und wie lange der Weg dauert
A1 ist ein Anfangsniveau, keine flüssige Alltagssprache. Laut GER verstehst du auf A1 häufige Wörter und sehr einfache Sätze, wenn langsam und deutlich gesprochen wird. Beim Lesen geht es um vertraute Namen, Wörter und kurze Texte, beim Schreiben um einfache persönliche Angaben.
Im Gespräch kannst du grundlegende Informationen austauschen: wer du bist, woher du kommst, vertraute Alltagsthemen. Du darfst dabei Unterstützung brauchen. Dein Gegenüber muss vielleicht langsamer sprechen oder etwas umformulieren. A1 heißt, dass selbstständige Sprachnutzung beginnt. Es heißt nicht, dass du jedes Gespräch im normalen Tempo verstehst.
Der GER nennt keine feste Stundenzahl. Das Goethe-Institut gibt als Orientierung ungefähr 80 bis 200 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten an, abhängig von Vorkenntnissen und Lernbedingungen. Das ist eine Orientierung, keine Garantie.
Rechnerisch lässt sich der Weg trotzdem greifen. Von A1.1 bis B2.2 sind es acht Module. Wer jeden Monat einen Intensivkurs schafft und dranbleibt, ist also rechnerisch in etwa acht Monaten dort. Das ist Kalenderzeit, kein Versprechen: Ob du am letzten Kurstag wirklich auf dem Niveau bist, hängt von Teilnahme, Übung und Alltag ab. Und es hängt davon ab, ob du zwischendurch sprichst oder nur zuhörst.
Intensiv, Abend, online oder selbst lernen
Intensivkurse packen viel Unterricht in kurze Kalenderzeit. Das passt, wenn du tagsüber Zeit hast und regelmäßig kommen kannst. Abendkurse verteilen denselben Stoff über mehr Wochen und funktionieren oft neben Job oder Studium, dauern dafür länger.
Live-Online spart den Weg zur Sprachschule und gibt dir trotzdem feste Termine mit Lehrkraft und Gruppe. Dafür brauchst du einen ruhigen Platz, eine stabile Verbindung und die Disziplin, pünktlich am Bildschirm zu sitzen.
Wenn du zwischen den Formaten schwankst, hilft dir Online oder Präsenz im Vergleich weiter.
Selbstlernen und Apps sind flexibler. Sie helfen beim Wiederholen von Wortschatz, geben dir aber keine Rückmeldung zu deiner Aussprache und merken nicht, wenn du seit drei Wochen denselben Fehler machst.
Am Ende zählt weniger, welches Format auf dem Papier am besten klingt. Niemand hat Deutsch gelernt, weil er den perfekten Kurs ausgesucht hat. Menschen lernen Deutsch, weil sie hingehen. Wähle das Format, das du in Woche sechs noch durchhältst, und schau dann unter Kursangebote oder bei den Online-Deutschkurse nach.
So findest du bei Phonem den passenden Einstieg
Du musst dich nicht vorbereiten, bevor du anfangen darfst. Kein Grammatikbuch, keine App, keine Vokabelliste. Genau dafür ist der Anfängerkurs da.
- Du kannst praktisch kein Deutsch: Melde dich direkt für A1.1 an, ein Test ist nicht nötig.
- Du hattest früher Deutsch oder bist unsicher: Mach zuerst den kostenlosen Einstufungstest.
- Du bist unsicher mit der lateinischen Schrift: Sprich uns vor der Anmeldung an.
Aktuelle Termine, Formate und Preise stehen auf den Kursseiten, nicht in einem Ratgeber, der länger gelten soll. Bei null startest du auf dem A1-Kurs in Hannover.
Und falls dich der Gedanke an die erste Stunde nervös macht: Alle anderen im Raum sitzen am ersten Tag genauso da. Das ist der einzige Kurs, in dem wirklich niemand etwas kann.
Häufige Fragen
Welcher Deutschkurs ist für absolute Anfänger geeignet?
Wenn du praktisch noch kein Deutsch kannst, beginnt der GER bei A1. Bei Phonem startest du ohne Vorkenntnisse mit A1.1, dem ersten Modul von A1. Einen Kurs vor A1 brauchst du dafür nicht.
Brauche ich einen Einstufungstest, wenn ich kein Deutsch kann?
Bei Phonem nicht, wenn du wirklich bei null startest. Dann kommst du direkt in A1.1. Mit Vorkenntnissen oder unsicherem Niveau empfehlen wir den kostenlosen Einstufungstest, weil oft mehr vorhanden ist, als man selbst vermutet.
Was ist der Unterschied zwischen A1 und A1.1?
A1 ist eine offizielle GER-Hauptstufe. A1.1 ist ein Kursmodul innerhalb von A1. Inhalt und Umfang unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter, und wer nur A1.1 besucht hat, hat noch nicht das volle Niveau A1 abgeschlossen.
Was passiert in der ersten Woche im A1-Kurs?
Es beginnt beim Alphabet, bei der Aussprache und beim Buchstabieren des eigenen Namens. Dazu kommen erste Wörter für Alltag und Kursraum, Zahlen, Uhrzeiten und schnell auch kleine Gespräche wie sich vorstellen. Es wird viel mit Bildern gearbeitet, weil ein Bild keine Übersetzung braucht.
Wie lange dauert es von null bis A1?
Der GER nennt keine feste Zahl. Das Goethe-Institut nennt als Orientierung etwa 80 bis 200 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten. Das hängt von Vorkenntnissen, Teilnahme und Übung ab und ist keine Garantie.
Muss ich Englisch können, um Deutsch zu lernen?
Nein. Im A1-Unterricht wird mit Bildern, Gesten und sehr langsam gesprochenem Deutsch gearbeitet. Dass in einer Anfängergruppe viele Muttersprachen zusammenkommen, ist normal. Die gemeinsame Sprache der Gruppe ist von Anfang an Deutsch.
Quellen
- Council of Europe: Common European Framework of Reference for LanguagesDie sechs Hauptstufen A1 bis C2
- Council of Europe: CEFR Companion VolumePre-A1-Deskriptoren, keine siebte Hauptstufe
- Council of Europe: Global Scale, Common Reference LevelsWas A1 sprachlich bedeutet
- Goethe-Institut: Start Deutsch 1, weitere InformationenOrientierung 80 bis 200 Unterrichtseinheiten
- Phonem Sprachschule: A1-KursA1.1 und A1.2, aktuelle Termine, geprüft 2026
- Phonem Sprachschule: Einstufungstestkostenlos, GER-Orientierung A1 bis C1, geprüft 2026
